Was ist der Unterschied zwischen Renovieren, Modernisieren und Sanieren?
Die Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, sind aber doch voneinander zu unterscheiden:
Renovieren bedeutet vor allem, sichtbare Gebrauchsspuren zu beseitigen – etwa durch Streichen, das Verlegen neuer Bodenbeläge oder Tapezieren.
Modernisieren beschreibt die technische Verbesserung eines Gebäudes, zum Beispiel durch neue Fenster, Heiztechnik oder Dämmmaßnahmen.
Sanieren bezeichnet die Wiederherstellung eines schadensfreien Zustands. Beispiele sind Trockenlegung durchfeuchteter Bauteile, die Beseitigung von Asbest oder Schimmel.
Eine „energetische Sanierung“ gibt es streng genommen nicht – treffender wäre „Modernisierung“. Dennoch spreche auch ich oft von Sanierung und energetischer Sanierung, da sich diese Begriffe im Alltag durchgesetzt haben. Gerade bei älteren Gebäuden überschneiden sich die Maßnahmen außerdem häufig.
Wichtiger als die richtige Bezeichnung ist die ganzheitliche Betrachtung bei der Ausführung. Handwerker sind Spezialisten in ihrem jeweiligen Gewerk, während ich als Architektin die Verbindung zwischen den Gewerken herstelle und das Gebäude als Gesamtsystem plane.
Was passieren kann, wenn der gesamtheitliche Blick fehlt, verdeutlicht dieses Praxisbeispiel: Ein Dach wird neu gedeckt und gedämmt, der spätere Dachausbau jedoch zunächst zurückgestellt. Der Zimmermann führt Dachdeckung und Dämmung fachgerecht aus, ist aber nicht für den Einbau einer raumseitigen luftdichten Ebene beauftragt. Er fixiert lediglich seine Dämmung mit einer Folie.
Der Trockenbauer verkleidet später die Dachschrägen von innen und hält die provisorische Folie für eine Dampfsperre. Beide Gewerke arbeiten sauber und von außen wie innen sieht zunächst alles einwandfrei aus. Durch Wasserdampfdiffusion im Innenraum durchfeuchtet sich jedoch die Dämmung, bis schließlich Wasserflecken entstehen.
Ein Architekt hätte den Gesamtaufbau geplant und bei der Bauüberwachung den Ausführungsfehler bemerkt.