Warum ist der Planungsaufwand bei Altbausanierungen höher als im Neubau?


Sanierungen, Modernisierungen und Umbauten umfassen oft dieselben Gewerke wie ein Neubau, erfordern aber einen anderen planerischen Ansatz. Bestehende Bauteile sind kein neutraler Ausgangspunkt, sondern haben ihre eigenen konstruktiven und bauphysikalischen Eigenschaften, die ich zuerst verstehen und dann gezielt für ein Projekt nutzen möchte.

Wird zum Beispiel eine ursprünglich kapillaraktive und diffusionsoffene Außenwand unbedacht mit dichten Schichten bekleidet, kann Feuchtigkeit im Bauteil eingeschlossen werden und die Bausubstanz schädigen. Ein neuer Bodenaufbau kann – je nach Schichtaufbau und Details – die Schallübertragung ungewollt verstärken oder, bei gleichen Baukosten und sorgfältiger Planung, den Schallschutz deutlich verbessern. Die genaue Kenntnis der Tragstruktur eines Gebäudes zeigt frühzeitig Grenzen und Möglichkeiten auf und führt zu Lösungen, die sowohl konstruktiv klug als auch gestalterisch stimmig sind.

Es lohnt sich deshalb, an den richtigen Stellen Fachplaner wie Statiker oder Bauphysiker einzubeziehen. Mit ihnen stimme ich mich eng ab und arbeite die Ergebnisse in die Planung ein. Im Vordergrund steht dabei für mich nicht, was technisch möglich oder normgerecht ist, sondern was für ein bestimmtes Haus angemessen ist.