Fertighaus – sanieren oder abreißen?


Fertighäuser aus den 1960er bis 1980er Jahren erfüllen weder die heutigen energetischen Anforderungen noch die üblichen Erwartungen an Wohnkomfort und Raumaufteilung. Wer ein solches Haus besitzt oder erbt, steht früher oder später vor der Frage: Lohnt sich eine Sanierung, oder ist ein Abriss mit anschließendem Neubau die bessere Lösung?

Entscheidend sind der konstruktive Zustand des Gebäudes und mögliche Schadstoffbelastungen – etwa durch Asbest oder Chemikalien in Holzschutzmitteln, die in dieser Bauzeit häufig eingesetzt wurden. Hinzu kommt die baurechtliche Situation: Ein Neubau auf dem bestehenden Grundstück ist nicht immer möglich, da Bebauungsplan und Abstandsregelungen den Spielraum einschränken können.

Aus ökologischer Sicht spricht vieles für eine Sanierung. Sie schont Ressourcen und Umwelt, weil vorhandene Materialien weiterverwendet werden und weniger Abfall entsteht. Eine alte Dämmung kann oft aufgedoppelt werden, anstatt sie zu entsorgen. Schadstoffbelastete Holzbauteile müssen dank neuer Technologien nicht mehr unbedingt abgerissen werden.

Eine fundierte Entscheidung setzt eine sorgfältige Bestandsaufnahme voraus. Ein Architekt wägt die wirtschaftlichen, baulichen und ökologischen Aspekte ab und hilft, eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen.