Schrittweise sanieren oder alles auf einmal?


Nicht immer ist es sinnvoll, ein Gebäude in einem Zug zu sanieren. Eine schrittweise Modernisierung kann wirtschaftlich und organisatorisch die bessere Lösung sein – etwa wenn zunächst nur ein Gebäudeteil bezogen wird, um Miete zu sparen, und der Rest später folgt. Oder wenn zuerst die Hülle saniert wird und der Innenausbau wartet, bis wieder ein Budget vorhanden ist.

Entscheidend ist, dass jeder Schritt einer durchdachten Gesamtstrategie folgt und spätere Maßnahmen von Anfang an mitgedacht werden. Der Architekt erarbeitet dafür einen Stufenplan, der die einzelnen Maßnahmen zeitlich und inhaltlich aufeinander abstimmt. Er prüft, welche Arbeiten sich sinnvoll zu Abschnitten bündeln lassen, damit die Handwerker in jeder Etappe kontinuierlich arbeiten können und die nächste Stufe nahtlos anschließt.

Dabei gilt es, einige handwerkliche Abhängigkeiten im Blick zu behalten. Wer eine neue Heizung einbauen und die Gebäudehülle später dämmen möchte, sollte zuerst dämmen – sonst wird die Anlage zu groß dimensioniert und arbeitet ineffizient. Die Erneuerung von Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen zieht meist die Erneuerung von Wand- und Deckenoberflächen nach sich; es ist daher sinnvoll, diese Gewerke zu bündeln und mit geplanten Umbaumaßnahmen zu koordinieren. Wird zuerst das Dach und später die Fassade gedämmt, muss von Anfang an ein ausreichender Dachüberstand für die spätere Fassadendämmung eingeplant werden.